Die Diskussion läuft und polarisiert, seit der Online-Markt boomt und große Portale sich bedeutende Marktanteile sichern. Dabei ist sie einfach gelöst, wenn über den Preis an der richtigen Stelle entschieden wird – beim Leistungsträger!

Die einen – etwa Konsumentenschützer und Kartellämter – pochen auf den freien Wettbewerb, der im Endeffekt dem Konsumenten zu Gute kommt.
Im Dezember 2013 berichtet der Tagesspiegel bereits, dass das deutsche Kartellamt Bestpreisklauseln für wettbewerbswidrig erklärt. Nun hat kürzlich ein deutsches Gericht diese Entscheidung bestätigt – man darf also erwarten, dass es auch in Österreich bald unzulässig wird, Tourismusgastgeber zu verpflichten, nirgendwo günstiger als auf der Portalseite anzubieten.

Die anderen – wie Unternehmer-Interessensvertretungen, Hoteliervereinigungen oder auch Tourismusorganisationen – warnen vor Preisverfall und Dumping.  Sollen die Preise auf allen Portalen gleich sein? Darüber denkt Markus Luthe schon im Oktober 2012 nach, in seinem Blogartikel „Pari-pari oder Larifari?“ Er kommt zu dem Schluss, eigentlich könne man das nicht die Portale entschieden lassen.

Die eigentlich interessante Frage ist:

WARUM scheint dieses Thema auf allen Seiten so wichtig? Hier liegt der Hund in der menschlichen Psyche begraben. Wir sind modern, intelligent, smart mit unseren Phones und unglaublich rational – aber wenn wir etwas kaufen, wird ein Teil von uns unweigerlich wieder zu steinzeitlichen Jägern und wir rivalisieren um die Beute.

Das wissen die Vermarkter-Profis natürlich längst, und bieten uns schlau die Möglichkeit, trotz mehr als genug Angeboten das Gefühl zu bekommen, cleverer zuzuschlagen als alle anderen. Man will sich ja das Schnäppchen auch nicht vor der Nase wegschnappen lassen! Erinnern wir uns da nicht an jüngste Diskussionen um künstliche Verknappung bei den „Letzte Chance“ Angeboten der Portale?

Aber zurück zum eigentlichen Träger der Leistung und der Preise – dem Zimmervermieter, Hotelier, Ferienwohnungsanbieter. Er sollte letztendlich auch Entscheidungsträger sein und seine Preise so gestalten, dass er eine faire Chance auf Verkauf hat, aber auch seinen Betrieb und seine Qualität gewährleisten kann.

Wenn er es dazu noch schafft, seine Preise transparent zu kommunizieren, wird der Gast diese Fairness schätzen – und der Jäger in uns? Der darf sich dann auch mal auf der Hotelseite über ein Schnäppchen freuen!